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Kurkuma-Mythen – das musst du wissen…

Spätestens seit dem ayurvedischen Kultgetränk „Goldene Milch“ hat das Gewürz „Kurkuma“ seinen Einzug in die Haushalte vieler gesundheitsbewusster Menschen gehalten. Aber eigentlich ist es schon viel länger in den Küchen präsent, wenn auch etwas versteckt…

…denn Kurkuma ist ebenso ein wichtiger Bestandteil der Curry-Gewürzmischung.

Seit langer Zeit in der Chinesischen Medizin bekannt, wurde ein Bestandteil des Pulvers, das aus den Sprossachsen der Kurkuma-Pflanze gewonnen wird, auch für die westliche Medizin interessant.
Seit geraumer Zeit wird viel Forschung im Bereich der Curcuminoide mit dem Hauptvertreter Curcumin betrieben.
Die Schwerpunkte liegen hier auf der Untersuchung der antioxidativen und anti-entzündlichen Wirkungen mit allen denkbaren positiven Folgeerscheinungen, wie beispielsweise Linderungen von Schmerzen bei Arthrose, verminderter Entzüngungsneigung allgemein, Verbesserung von depressiven Symptomen etc.

Leider hört man in der Welt der Gesundheitsenthustiasten und Foodblogger immer wieder ein paar zweifelhafte bzw. nicht ganz richtige Aussagen.
Denn die Ergebnisse der „Curcumin-Studien“ werden aufgeschnappt und 1:1 auf das Kurkuma-Pulver übertragen, mit wilden Behauptungen was der halbe Teelöffel Kurkuma in verschieden Gerichten und Getränken für sensationelle systemische Wirkungen auf den Körper hat.

Folgendes als Hintergrund zu wissen ist gut und sollte einleuchtend sein:

  • der Anteil der Curcuminoide im Kurkumapulver beträgt 5%
  • Aufgrund seiner chemischen Eigenschaften wird Curcumin im Darm sehr spärlich aufgenommen, es gelangt eine minimale Menge in den Blutkreislauf
  • Die Halbwertszeit des Curcumin im Blut ist sehr kurz, d.h. der Körper „entsorgt“ es über die Leber sehr schnell

Folglich wäre die Menge an Kurkuma sehr hoch um einen Effekt im gesamten Körper zu erreichen und würde vorher zu Magen-Darm-Verstimmungen führen.

Ist Kurkuma im Essen dann für die Katz?
Nein, erstens schmeckt es gut 😉 … und außerdem beziehen sich die oben stehenden Punkte auf die Wirkung im gesamten Körper. Eine anti-entzündliche lokale Wirkung im Darm, sowie positive Auswirkungen auf die Darmflora und eine daraus resultierend Verbesserung der Darm-Hirn-Achse sind definitiv möglich.

Nahrungsergänzungsmittel mit Curcumin

Der große Unterschied zwischen Kurkuma-Pulver und Curcumin-Supplementen ist:

  • die Menge an Curcumin, da es für die Supplemente extrahiert wird
  • Die Hersteller verwenden verschieden Tricks um die Aufnahme zu steigern und den Abbau zu verlangsamen.
    So wird das Curcumin mit Phospholipiden (Fett) umhüllt oder in Nanopartikel eingebunden um besser in den Blutkreislauf aufgenommen zu werden oder dem Supplement wird Piperin (Bestandteil des schwarzen Pfeffers) hinzugefügt um, die Leber „beschäftigt zu halten“ und den Aufbau des Curcumin zu vermeiden und länger im Blutkreislauf zu halten.

Und was ist jetzt mit der goldenen Milch?
Für uns ist und bleibt sie einfach mega 🙂 Sie besteht aus tollen Zutaten und ist Balsam für die Seele. Wir fühlen uns beim Genießen und auch danach gut – egal warum – und vielleicht bleibt uns das wenige Curcumin durch die kleine Prise Pfeffer doch etwas länger im Blut erhalten. 😉

Exkurs: Piperin & First-Pass-Effekt
Wenn etwas aus dem Darm in das Blut aufgenommen wird, passiert es durch den Kreislauf schnell die Leber. Viele Medikamente und Stoffe werden hier so umgewandelt und verändert, dass sie Teile ihrer Wirksamkeit verlieren – diesen Vorgang nennt man First-Pass-Effekt. Der genaue chemische Prozess in der Leber, der dies zu verantworten hat, ist die Glucoronidation. Durch den Wirkstoff Piperin, der hauptsächlich im schwarzen Pfeffer vorkommt wird diese gehemmt und die Medikamente und Stoffe sind länger im Blutkreislauf verfügbar.

Examine
[https://examine.com/supplements/turmeric/]
[https://examine.com/supplements/curcumin/]

 Pharm Biol. 2015;53(12):1774-9. doi: 10.3109/13880209.2015.1005756. Epub 2015 Apr 8.
Detection of plant-based adulterants in turmeric powder using DNA barcoding. Parvathy VA1, Swetha VP, Sheeja TE, Sasikumar B

Biol Pharm Bull. 2011;34(5):660-5.
Innovative preparation of curcumin for improved oral bioavailability.

Sasaki H1, Sunagawa Y, Takahashi K, Imaizumi A, Fukuda H, Hashimoto T, Wada H, Katanasaka Y, Kakeya H, Fujita M, Hasegawa K, Morimoto T.
Author information

Nutrients. 2019 Oct; 11(10): 2426.
Published online 2019 Oct 11. doi: 10.3390/nu11102426
PMCID: PMC6835970
PMID: 31614630
Curcumin, Gut Microbiota, and Neuroprotection
Francesco Di Meo, Sabrina Margarucci, Umberto Galderisi, Stefania Crispi, and Gianfranco Peluso,*

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