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Erythrit – Süß ohne Sünde?

Kling zu gut um wahr zu sein? Normalerweise geht die Rechnung nicht auf, aber beim Thema Erythrit für uns doch!

Was ist Erythrit und wo kommt es her?

Erythrit ist ein sogenannter Zuckeralkohol (Polyol) – nein, mit dem Alkohol den wir kennen, hat das recht wenig zu tun.
In der Natur kommt Erythrit in reifen Früchten, wie beispielsweise Melonen, Weintrauben und Birnen vor. Aber auch in Wein und Käse ist Erythrit zu finden.

Erythrit ist nichts körperfremdes, denn unser Körper wandelt einen Teil der Glucose aus unserer Nahrung in Erythrit um.
Um Erythrit künstlich herzustellen, benötigt man Stärke – ein komplexes Kohlenhydrat. Eine gut verfügbare Quelle ist Mais, aus dem der Großteil der weltweiten Produktion in mehreren Schritten erzeugt wird. Der hauptsächliche Prozess wird mit Hilfe von Bakterien bewerkstelligt – durch Fermentierung entsteht Erythrit – ähnlich wie bei der Käseproduktion.

Da Mais eines der am meisten gentechnisch veränderten Lebensmittel (GMO) ist, sollte man unbedingt auf ein Bio-Produkt zurückgreifen, da hier die Verwendung von GMO-Mais verboten ist.

Die Magie – So wird Erythrit verstoffwechselt 

Erythrit hat keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Der Großteil wird im Dünndarm aufgenommen, von den Nieren verstoffwechselt und ausgeschieden. Ein kleiner Rest gelangt weiter in den Dickdarm und wird dort unverdaut ausgeschieden oder von Darm-Bakterien verarbeitet.

Der Einfluss auf die Insulin-Ausschüttung scheint gering, da lediglich der süßliche Geschmack eine kleine „Insulin-Vorreaktion“ auslöst. Da aber keine Glucose das Blut erreicht, entfällt die normale viel größere Insulinausschüttung.

Vergleich: Haushaltszucker

Im Vergleich zu Haushaltszucker hat Erythrit folgende Vorteile:

  • ca. 10% der Kalorien
  • greift die Zähne nicht an
  • hat keinen Einfluss auf den Blutzucker

Da Erythrit nur 70% der Süßkraft von Zucker besitzt, muss je nach Rezept etwas mehr genommen werden oder man kann seine Geschmacksknospen gleich etwas von der extremen Süße des normalen Zuckers entwöhnen 😉 und die selbe Menge nehmen.

Vergleich: künstliche Süßstoffe

Im Vergleich zu künstlichen Süßstoffen hat Erythrit folgende Vorteile:

  • ist dem Körper nicht „fremd“
  • es entstehen keine Nebenprodukte beim Abbau, die im Verdacht stehen der Darmflora zu schaden
  • der Geschmack muss gewöhnlich in Produkten nicht „überdeckt“ werden

Vergleich: andere Zuckeralkohole/Polyole 

Die Zuckeralkohole sind eine Gruppe von organischen Verbindungen. Teilweise kommen sie in der Natur vor, aber es gibt auch Polyole, die nur künstlich erzeugt werden.

Die verschiedenen Kandidaten unterscheiden sich darin wie, wo und ob sie vom Körper verarbeitet werden. Dies hat Auswirkungen auf ihre Verträglichkeit und ihren Brennwert (kcal).

Das Xylit ist dem Erythrit von der Benutzung und Gewinnung etc. am ähnlichsten, hat aber den großen Nachteil, dass es je nach individueller Bakterienverteilung im Darm in Glucose umgewandelt werden kann und dann sehr ähnlich wie normaler Zucker mit allen Nachteilen wirkt.
Daher hat Xylit auch mehr „Kalorien“ als Erythrit.

Die Zuckeralkohole Maltitol, Mannitol und Sorbitol werden zum Großteil bis in den Dickdarm transportiert und dort von den Bakterien verarbeitet. Dies kann zu einer verstärkten Bildung von Gasen und entsprechenden Bauchschmerzen führen.

Erythrit hat somit folgende Vorteile gegenüber anderen Zuckeralkoholen:

  • weniger Kalorien
  • besser verträglich
  • weniger potentielle Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel

Erythrit/Zuckeralkohole in der Nährwert-Tabelle

In der Nährwert-Tabelle zählt Erythrit streng genommen zu den Kohlenhydraten, von daher sehen Produkte mit Erythrit auf den ersten Blick nicht so „lower-carb“ aus.

Wie bereits erwähnt, werden diese „Kohlenhydrate“ im Fall des Erythrits nicht zu Glucose umgewandelt und können somit von den „echten“ Kohlenhydraten, die auf den Blutzucker wirken, abgezogen werden.

Vorteile

  • zahnfreundlich
  • „verdauungsfreundlich“
  • weniger Kalorien
  • keine Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel

Nachteile

  • minimale Auswirkungen auf den Insulinspiegel
  • keine „Entwöhnung“ vom süßem Geschmack

Fazit/Empfehlung

Erythrit scheint nun die Wunderwaffe schlechthin zu sein, ohne Reue zu sündigen. Ja, dies ist schon möglich.

Für einen gesunden Lebensstil empfehlen wir dennoch, sich zuerst von der Süße des Zuckers durch einen 30-tägigen Entzug – ja, auch von Früchten – zu entwöhnen. Dadurch verändert und normalisiert sich die Beziehung zu Lebensmitteln und „Süßem“ im Regelfall erheblich – oftmals vergehen Problematiken mit Heißhunger auf Zucker etc.

Wer anschließend mit „Süßem“ besser umgehen kann, dem empfehlen wir Erythrit für seine Leckereien zu benutzen 🙂

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